Messfehler entdeckt: Bußgeld halbiert, Punkt entfällt

Bei Geschwindigkeitsmessungen mit dem Radarmessgerät Multanova VR 6FD muss dieses laut Bedienungsanleitung in einem Winkel von 22° zur Fahrbahn ausgerichtet sein. Ist der Winkel kleiner, wird eine zu hohe Geschwindigkeit gemessen.

Auf diesem Messfoto zeigte das Messgerät bei dem Fahrzeug des Betroffenen eine Geschwindigkeit von 74 km/h an. Ihm wurde – nach Toleranzabzug – eine Geschwindigkeit von 71 km/h innerorts bei erlaubten 50 km/h vorgeworfen. Der Bußgeldkatalog sieht dafür eine Geldbuße von 80 EUR sowie einen Punkt vor.

Der GFU-Sachverständige stellte bei der Analyse des Messfotos fest, dass der Winkel des Messgeräts zur Fahrbahn nur 20,91° betrug. Bei dieser Abweichung ist die gemessene Geschwindigkeit um 0,55 km/h zu hoch. Ist demnach von einer Geschwindigkeit von 73,45 km/h, abgerundet also 73 km/h, auszugehen, kann nach Abzug der Toleranz nur noch eine Geschwindigkeit von 70 km/h vorgeworfen werden.

Das Bußgeld für einen solchen Verstoß beträgt noch 35 EUR und damit weniger als die Hälfte des ursprünglich festgesetzten Betrags. Auch der Punkt entfällt. Dies wurde vom zuständigen Amtsgericht bestätigt und der Tatvorwurf aus dem Bußgeldbescheid entsprechend korrigiert.

von | 2017-08-25T11:29:48+00:00 20. April 2015|Kategorien: Gutachen-News|0 Comments

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